Archiv für Oktober 2009
Kundus und die Vorstellungen über die „biblische Endschlacht um Harmageddon“
Was hat eine afghanische Stadt mit der biblischen Endschlacht zu tun? So könnte man fragen, wenn man die Überschrift liest. Der Zusammenhang ist erst zu verstehen, wenn man die Bedeutung der genannten Vorstellungen für die heutige Politik erkennt. In den letzten 60 Jahren bestand mehrmals die Gefahr eines Dritten Weltkriegs. Ganz offensichtlich war diese Gefahr, als sich die Supermächte USA und SU, beide mit einem Vernichtungspotential ausgerüstet, das nach Expertenmeinung ausreichte, menschliches Leben auf unserm Erdball mehrmals auszulöschen, einander feindlich gegenüberstanden. Der Krieg war zwar ein „kalter”, aber es bestand keine Sicherheit, daß er nicht zum „heißen” eskalierte.
Nach der sog. Wende, der bald der Zerfall der Sowjetunion folgte, konnten Optimisten auf eine friedlichere Zeit hoffen. Aber wenn es nur eine beherrschende Supermacht gibt, dann muß man damit rechnen, daß durch deren Machtpolitik der Friede immer wieder gestört wird. Und so gab es mehrere, auch kriegerische Verwicklungen, in denen die Gefahr eines Aufschaukelns zu einem Dritten Weltkrieg bestand: Erster Irak-Krieg wegen Einmarsch in Kuwait (2.Golfkrieg) 1991, Jugoslawien-Krieg 1995, Kosovo-Krieg 1999, Afghanistan-Krieg 2001, Zweiter Irak-Krieg 2003 und seit Jahren wird für die jeweils nahe Zukunft von einem drohenden Krieg gegen den Iran gesprochen. Möglichkeiten, einen Dritten Weltkrieg zu entfesseln gab es genug, und es gab auch die entsprechenden Pläne.Auf diese Gefahr hat als Einzelkämpfer Herr Dipl.-Ing. Kapitän und Seefahrtsoberlehrer a.D. Harm Menkens in mehreren Warnschreiben aufmerksam gemacht. Er hat sich dabei nicht mit der Betrachtung der äußerlich sichtbaren politischen Konstellationen begnügt, sondern nach den Zielsetzungen und der Denkungsart der aus dem Hintergrund wirkenden Mächte geforscht. Dabei ist er auf eine merkwürdige Tatsache gestoßen, wobei hier der Begriff „merkwürdig” im ganz wörtlichen Sinne: „Des Merkens (Beachtens) würdig” zu nehmen ist.
Nach alttestamentarischer und talmudischer Auffassung sind in der biblischen Endschlacht die „Kanaaniter/Amalekiter” oder als Oberbegriff die „Philister” zu vernichten. Nun gibt es heute im Nahen Osten diese Völker nicht mehr, aber einige Rabbiner – wie der Rabbi David Kimschi (Auslegung Obad, 1 V. 20) – haben die Deutschen als Kanaaniter bezeichnet.
Quelle: „Wahrheitsbeweis”, im Spruchkammerverfahren vorgelegt von Mathilde Ludendorff, Seite 264.
Beim „Aufstand im Warschauer Ghetto”, der praktisch ein Partisanenkrieg war!, schossen Juden auf deutsche Soldaten mit dem Ruf „Tod den Philistern”. Quelle: Der Film „Holocaust” nach dem Buch von Gerald Green, der weltweit beachtet wurde. In der Buchform heißt es: „Wir haben wieder einmal die Philister geschlagen.” (S. 376) Den Verdacht, daß bei den Hintergrundmächten verschiedentlich Weltkriegspläne bestanden und weiter bestehen, gibt es nicht nur bei Beobachtern des politischen Systems, die man meist als „Verschwörungstheoretiker” abqualifizieren will, sondern auch bei höheren Militärs. So antwortete ein englischer General dem Nato-Oberbefehlshaber im Jugoslawien-Krieg auf die Forderung, notfalls gegen „russische Einmischung” zu Gunsten Serbiens vorzugehen: „Ich werde für Sie doch nicht den Dritten Weltkrieg beginnen!”
Wenn nun der Dritte Weltkrieg in diesen jahwehgläubigen Kreisen die biblische Endschlacht bedeuten soll, dann muß das „Kanaaniter-Deutschland” unbedingt an dem Krieg beteiligt sein, weil es sonst schwer zu vernichten ist. Zum Beweis, daß eine solche Gedankenverbindung zwischen der „Endschlacht” und einem Dritten Weltkrieg besteht, seien die Evangelikalen angeführt, die vollständig auf Israel fixiert sind.
In der ARD-Sendung „Fanatisch, fundamentalistisch, fromm”, vom 5. Dezember 2007 um 23.30 Uhr, wird von den Endzeitvisionen der Evangelikalen berichtet. Dabei wird die mehr als 18.000 Mitglieder umfassende Gemeinde des Pastors John Haggee vorgestellt: „Sie glauben wörtlich an die Endzeitprophezeiung aus der Offenbarung Johannes. Nach den Bibelauslegungen ihres Pastors John Haggee ist die Existenz des Staates Israel notwendig, damit es auf dessen Boden zur letzten Schlacht in Jerusalem kommen kann. Nur dann, so glauben diese Menschen, könne der Messias auf die Erde zurückkehren.” Pastor Haggee „habe alle in der Bibel beschriebenen Vorzeichen für den nahen Weltuntergang zweifelsfrei identifiziert.” Er meint, daß es sich nach den biblischen Erzählungen, wie die Menschen in diesem Kriege grausam, regelrecht zerfallend sterben, sich nur um einen Atomkrieg handeln kann. Es wäre eine Auslöschung von Menschen wie beim Abwurf der Atombombe in Hiroshima. Der Bezug zur politischen Lage wird aber noch unmittelbarer. So beschreibt Haggee in mehreren Büchern, „wie die Schlacht von Harmageddon ablaufen soll. ,Eine Armee von 200 Millionen Chinesen’, so Haggee, ,werde von den Truppen des Westens in Israel geschlagen. In der Bibel stehe auch, daß Gott selbst zuvor eine iranische Armee unter russischer Führung vernichtet.’”
Diese Gedanken genügen wohl, um den Ernst der Lage zu kennzeichnen, der durch solche religiösen Vorstellungen heraufbeschworen wird. Zur Zeit, als diese Meldung ausgestrahlt wurde, war George W. Bush US-Präsident. Er gehört zu den Evangelikalen!
Nun stellt sich die Frage, wie können in einem Dritten Weltkrieg die Deutschen vernichtet werden und die Juden/Israelis obsiegen, obwohl Deutschland – wie unsere Kanzlerin Merkel immer wieder betont – bedingungslos fest an der Seite Israels stehen soll?
Zur Zeit des Kalten Krieges war es leicht möglich, die jeweils kleinen „Verbündeten” BRD und DDR bei einem Kampfe der Supermächte als erste untergehen zu lassen. Das geteilte Deutschland eignete sich ideal dafür. Die großen Verbündeten konnten darlegen, daß die Grenze zwischen den feindlichen Machtblöcken nun einmal im Inneren Deutschlands lag und der Aufmarsch des Gegners nur im Gebiet des jeweils anderen kleinen Verbündeten gestört werden könne. Also wäre Deutschland das Schlachtfeld gewesen. Schwieriger ist es, Deutschland zu vernichten, wenn ein Weltkrieg in Nahost ausbricht und Deutschland ein Verbündeter dessen ist, der überzeugt ist, diesen Krieg zu gewinnen.
Und damit kommen wir zur Verbindung mit Kundus. Die Bundesrepublik wurde durch den Druck aus den USA und der Nato immer weiter in das echt kriegerische Geschehen in Afghanistan hineingezogen. Unsere willigen Vollstrecker in der Regierung brauchten allerdings nicht viel Druck, um zu gehorchen, und die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten zeigt sich als genauso eifrige „Abnicker”.
Wenn aber Krieg geführt wird, dann gibt es Zwänge, dann müssen Entscheidungen getroffen werden, auch wenn sie menschlich harte oder bittere Folgen haben. Es muß vorher entschieden werden, ob es sittlich notwendig ist, den Krieg zu führen, oder ob es sich um einen unsittlichen Eroberungs- und/oder Wirtschaftskrieg handelt. In Kundus hatte nun ein deutscher Oberst entschieden, daß ein Militärschlag gegen die Entführer von Kraftstofftankwagen geführt werden müsse, damit der Feind durch die Beute nicht noch beweglicher und damit gefährlicher werde. Als dabei auch einige Zivilisten getötet wurden, brach von seiten unserer „Verbündeten” eine Schelte los, mit der von den Bundesbürgern kaum jemand gerechnet hatte. Weil unsere Regierungen alle mehr oder weniger „bußfertig” waren und dem Volk große Geltung im Ausland und Macht im eigenen Land vorspielten, glaubt die Mehrheit, daß der Haß aus dem Zweiten Weltkrieg bei den ehemaligen Gegnern weitestgehend geschwunden sei. Wenn der Normalbürger dann anläßlich des Vorfalls in Kundus, z.B. im „Hellweger Anzeiger” vom 07.09.09, S. 1, allein die Überschrift liest „Schwere Vorwürfe gegen die Bundeswehr – Blutiger Luftangriff in Nordafghanistan mit vielen Todesopfern wirft Fragen auf”, dann muß er sich erstaunt fragen, wie es so schnell zu einem Wandel in den Anschauungen der Beurteiler kommen kann. Noch vor kurzem wurde gerügt, daß sich die Deutschen nicht am Kriegsgeschehen beteiligen, sondern in Nordafghanistan hauptsächlich Aufbauhilfe leisten wollen, obwohl den Taliban nur mit Waffengewalt entgegengetreten werden könne. Und nun, da die deutschen Bundeswehrtruppen mehr in den Kampf hineingezogen werden und die Taliban daher auch im Norden stärker militärisch auftreten, wird die notwendige Gegenwehr als unmenschlich beschimpft. Im Zeitungstext liest man dann Fragen wie „Erfolg gegen die Taliban oder schwerer militärischer Fehler?” Und der Angriff wird „verheerend” genannt. Der „Blogspot Schall und Rauch”, der üblicherweise nicht systemhörig ist, nahm am Freitag, 4. September 2009 zu der Bombardierung der Tanklastwagen unter der aggressiven Überschrift „Bundeswehr verursacht ein Massaker in Afghanistan” Stellung. Das sind Ausdrücke, die Abscheu erregen und zur Fehlbeurteilung deutscher Soldaten zurückkehren, die in der sogenannten Wehrmachtsausstellung für die deutschen Soldaten des Zweiten Weltkriegs verbreitet wurden. Die gleiche Presse hat sich übrigens wesentlich mehr in ihrer Kritik zurückgehalten, als Israel in Gaza einfiel und mörderisch unter der Bevölkerung wütete, wobei echtes, durch keine Kriegsnotwendigkeit bedingtes Morden von Frauen und Kindern stattfand.
Daß die Kritik nicht allein von den Medien kam, sondern auch von hoher „amtlicher” Stelle, zeigt der folgende Beitrag, auch wenn die Vorwürfe durch häufige Anwendung des Wortes „angeblich” abgeschwächt werden sollen. Unter
http://nachhrichten.t-online.de/afghanistan-angriff-sorgt-angeblich-fuer-verstimmungen-in-der-isaf/id_19881480/index
„Angriff sorgt angeblich für Verstimmungen in der ISAF – US- und Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan sollten eigentlich an einem Strang ziehen”, (07. September 2009) Der von der Bundeswehr befohlene NATO-Angriff auf zwei von der Taliban entführte Tanklastzüge bei Kundus hat nach einem Zeitungsbericht zu Verstimmungen in der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF geführt. Wie die ,Neue Osnabrücker Zeitung’ berichtet, reagieren hochrangige deutsche Militärs empört über angeblich von den USA gezielt gestreute Fehlinformationen in dem laufenden Untersuchungsverfahren.”
Hintergrund der Verstimmung waren kritische Stellungnahmen des US-Generals und NATO-Befehlshabers Stanley McChrystal sowie ein Bericht der “Washington Post”, in dem schwere Vorwürfe gegen den deutschen Kommandeur des Bundeswehrlagers in Kundus, Oberst Georg Klein, erhoben wurden.
Im weiteren Text wird darauf hingewiesen, daß deutsche Militärs den „Bericht der US-Zeitung eine ,bodenlose Frechheit’,” nannten. Unüblich ist es auch, daß das „siebenköpfige NATO-Untersuchungsteam von McChrystal einem US-Journalisten erlaubte, die Ermittlungen zu verfolgen.”
“,Das stinkt zum Himmel’, sagte ein Militär der deutschen Zeitung.” Man vermutet: „Oberst Klein (sei) das Bauernopfer, um das deutsche Engagement in Afghanistan zu diskreditieren”. Wer kann denn zwischen Verbündeten beim gemeinsamen Kampf gegen einen Feind ein Interesse daran haben, einen Verbündeten zu diskreditieren?” Die Erklärung lautet: „In den vergangenen Jahren hätten sich zwischen den Verbündeten Verstimmungen aufgebaut, nicht zuletzt wegen der oft von deutscher Seite geäußerten Kritik am militärischen Vorgehen der USA.” Die jetzigen Anklagen könnten eine Art – jämmerlicher – „Retourkutsche” dafür sein. Quelle: AFP, dpa
Selbst wenn die Entscheidung des deutschen Obersten nicht richtig gewesen sein sollte, hätten die US-Bomber der Anforderung nicht Folge zu leisten brauchen, denn zur bedingungslosen Ausführung deutscher Befehle sind die US-Truppen gewiß nicht verpflichtet. War es wirklich ein maßlos übertriebener Befehl, hätten die Bomber das bei ihrem Einsatz sehen und den Anfordernden entsprechend unterrichten können. Aber noch Wichtigeres zeigt die Art der Schelte, nämlich daß der Deutschenhaß in den Verbündeten noch lebt und wie schnell er wieder stärker entflammt werden kann.
Man braucht kein „Verschwörungstheoretiker” zu sein, um auch noch an eine andere Möglichkeit zu denken. Zur „Diskreditierung” der Deutschen können führenden Bundeswehroffizieren aus dem Hintergrund gezielt Fallen gestellt werden, in die ein deutscher Befehlshaber – nach bestem Wissen und Gewissen handelnd – hineintappen kann. Wenn der CIA und andere „Geheimagenten” an dem Einsturz der Zwillingstürme des Welthandelszentrums mitgewirkt haben oder bei den Vorbereitungen der „Sauerlandgruppe” für Anschläge beteiligt waren, dann wird wohl niemand die oben erwähnte Möglichkeit als unrealistisch zurückweisen können.
Außerdem war die Lage in Kundus keinesfalls eindeutig. Man stelle sich einmal vor, die beladenen Tankwagen wären mit Zündern versehen worden, die in dem Augenblick ferngezündet werden konnten, in dem die Bundeswehrsoldaten sich das anscheinend unbewachte „geklaute Gut” wiederholen wollten. Dann hätte man dem Obersten den Tod seiner Soldaten angelastet. Wir haben es also – wie fast überall in der Politik – mit einem furchtbaren Falschspiel zu tun, das vordergründig gar nicht immer zu erklären ist.
Darum ist ein „Blick hinter die Kulissen” erforderlich. Und wenn dieser auch nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit eine riesige Gefahr aufzeigt, dann sollte man die Sache ernst nehmen.
Wenn es Lehren gibt, nach denen Deutschland in den Dritten Weltkrieg eingebunden sein muß, damit er für gewisse Kreise Sinn hat, dann kann es für Deutschland nur ein absolutes Heraushalten geben, nicht nur zum Schutze für uns Deutsche, sondern auch für die gesamte Weltbevölkerung, denn die Auswirkungen eines Dritten Weltkriegs können derart sein, daß sie vor Staatsgrenzen, ja selbst vor Ozeanen keinen Halt machen. Für Europa hat das der israelische Militärhistoriker Prof. Dr. Martin Creveld gemäß http://pakalert.wordpress.com/2009/01/26/israeli-professor-we-could-destroy-all-european-capitals/ vom 26.1.2009 (IAP News) Von Nadim Ladki (Übersetzung) so ausgedrückt:
„Wir besitzen mehrere hundert Atomsprengköpfe und Raketen und können sie auf Ziele in alle Richtungen starten, möglicherweise sogar nach Rom. Die meisten europäischen Hauptstädte sind Ziele unserer Luftwaffe.” In dem Zusammenhang deutete Prof. Creveld sogar an, „daß Israel sich wegen des Holocausts revanchieren könnte, indem es Millionen Deutsche und andere Europäer vernichtete.” Das sind wahrlich „freundliche” Worte von einem Verbündeten, auf den uns unsere Kanzlerin zu unverbrüchlicher Treue verpflichten will. Aber es gibt noch eine weitere höchst erschreckende Denkungsart bei Prof. Creveld. Er verkündet: „Unsere bewaffneten Kräfte sind nicht die dreißigststärksten der Welt, eher die zweit- oder drittstärksten. Wir haben die Fähigkeit, die Welt mit uns untergehen zu lassen. Und ich kann Ihnen versichern, daß dies geschehen wird, bevor Israel untergeht.” Sich einem solchen Staat zu Treue zu verpflichten, ist höchst gewagt. Vor allem, wenn man weiß, wie bei Weltmächtigen die Kriegsschuld immer anderen zugewiesen und die eigene Verantwortung weggeschoben wird, dann gilt die Drohung Crevelds nicht nur für einen Verteidigungskrieg Israels, sondern auch für den Fall, daß ein angreifendes Israel durch Abwehrhandlungen anderer Staaten in Bedrängnis gerät.
Wenn man aus Angst vor dem „Antisemitismus-Vorwurf” oder aus konstruierten kollektiven Schuldgefühlen heraus Ergebenheitserklärungen abgibt, kann das lebensgefährlich werden. Daher sollte man sein Handeln nur nach den hohen Werten Freiheit, Recht und Wahrheit ausrichten. Dabei braucht die Menschenliebe nicht zu kurz zu kommen. Sie kann das Handeln, ohne daß am Notwendigen oder Würdigen gefrevelt wird, überstrahlen. Elke und Gundolf Fuchs
Die verschwiegenen Massenmorde Stalins
Der sowjetische Massenmord an 4.600 polnischen Offizieren bei Katyn wurde 1943 durch einen Zufallsfund der Wehrmacht publik. Fast 50 Jahre blieb aber unentdeckt, dass 1940 noch zwei weitaus umfangreichere Hinrichtungsaktionen an Polen erfolgten. Mehr als 10.000 Menschen fielen den Exekutionen zum Opfer.Am 05. März 1940 beschlossen Stalin und die oberste Sowjetführung, alle polnischen Offiziere, die seit September 1939 in „Sonderlagern” interniert waren, als Klassenfeinde und vermeintliches Sicher-heitsrisiko zu erschießen. Es existierten drei Sonderlager: Kosjelsk, Starobjelsk und Ostaschkow. Die Insassen von Kosjelsk wurden bei Katyn von Stalins Geheimpolizei NKWD ermordet. Und was geschah mit den anderen Internierten?
Im Lager Starobjelsk in der östlichen Ukraine wurden 3.900 polnische Offiziere festgehalten. Auch hier begannen Anfang April 1940 die Abtransporte per Güterzug. Die Gefangenen fanden sich in Pjatichatki, einem Vorort der Großstadt Charkow, wieder. Anders als im Fall Katyn erfolgten die Hinrichtungen nicht auf freiem Gelände, sondern in geschlossenen Gebäuden des NKWD, die als „Erholungsheim” getarnt waren. Bis auf 79 Männer, die sich offensichtlich als Spitzel betätigten, wurden alle Polen durch Genickschuss ermordet.
Nur Zuträger des NKWD überlebten Das Lager Ostaschkow auf einer Insel im nordrussischen Seliger-See beherbergte nicht nur Militärs, sondern auch Polizei- und Gendarmerie-Offiziere sowie einige Zivilisten, die von den Sowjets widerrechtlich zu Kriegsgefangenen erklärt worden waren. Insgesamt befanden sich in Ostaschkow 6.500 Internierte. Anfang April 1940 transportierte man sie in das Dorf Mjednoje, etwa 30 Kilometer von der Stadt Kalinin (heute wieder Twer) entfernt. Ähnlich wie in Pjatichatki wurden auch bei Mjednoje die Opfer in geschlossenen Gebäuden hingerichtet, weshalb die örtliche Bevölkerung von der Aktion kaum Notiz nahm. Nur 124 Personen, Zuträger des NKWD, überlebten den Massenmord.
Das Schicksal der 10.400 polnischen Gefangenen von Starobjelsk und Ostaschkow konnten die Sowjets lange Zeit geheimhalten. Der Massenmord von Katyn hingegen war durch Beweise schon 1943 präzise belegt. Also schoben die sowjetischen Sieger die Schuld an diesem Verbrechen der Deutschen Wehrmacht zu.
Kurz nach der Rückeroberung von Smolensk Ende September 1943 installierte man eine Untersuchungskommission unter Leitung des Chefarztes der Roten Armee, Generaloberst Nikolai Burdenko. Überwacht wurde diese Gruppe ausgerechnet durch Wsewolod Merkulow, einen Geheimdienstgeneral, den Stalin persönlich im März 1940 mit der Durchführung des Massenmords beauftragt hatte. Burdenkos Leute kamen ebenso wunschgemäß wie wahrheitswidrig zu dem Schluss, die polnischen Offiziere seien „im Herbst 1941 von den deutsch-faschistischen Okkupanten bestialisch zu Tode gequält worden”.
Ein Beweis, der nichts bewies Warum die Deutschen ihre Gefangenen über 600 Kilometer bis kurz hinter die Frontlinie bei Smolensk brachten, um sie dort quasi im Angesicht des Feindes zu ermorden, erklärte die Burdenko-Kommission nicht. Als einzigen sachlichen „Beweis” präsentierte sie einige Patronenhülsen deutscher Produktion, die in den Massengräbern gefunden wurden. Dabei verschwieg man aber die Tatsache, dass zahlreiche Angehörige des sowjetischen NKWD damals mit deutschen Handfeuerwaffen ausgerüstet waren, die als äußerst zuverlässig und präzise galten. Der Munitionsfund bewies also keinesfalls eine deutsche Beteiligung an dem Verbrechen von Katyn. Trotzdem hielt sich diese Version hartnäckig auch bei westlichen Historikern. In den USA etwa wurde lange Zeit ein Bericht von zwei Offizieren der US-Army unterdrückt. Oberst John van Vliet und Oberstleutnant Donald B. Stuart waren beim Nordafrika-Feldzug in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten. Im Mai 1943 gehörten sie als Kronzeugen zu einer internationalen Delegation, welche die Massengräber von Katyn besichtigte. Beide kamen zu der Erkenntnis, dass „diese polnischen Männer durch die Russen ermordet wurden”. Ihr dementsprechender Rapport verschwand 1945 in den geheimen Archiven. Auch die Beobach- tungen des kriegsgefangenen britischen Hauptmanns Stanley Gilder und des südafrikanischen Oberstleutnants Frank Stevenson wurden ignoriert.
Die Sowjetführung unter Michail Gorbatschow gab erst im April 1990 auf polnischen Druck wider-willig zu, dass es sich in Katyn um eine Mordaktion gemäß dem Befehl Stalins handelte. Als im Sommer 1991 die ersten Exhumierungen in Pjatichatki und Mjednoje stattfanden, gab es nichts mehr zu leugnen.
Der Massenmord an mehr als 15.000 polnischen Offizieren und Zivilisten reiht sich ein in die lange Kette kommunistischer Gewaltverbrechen seit 1917.
von Jan von Flocken
Quelle: „DIE WELT” vom 06.02.2008
Mit Klassenkampfdenken wird kein Wandel geschaffen
Der Arbeitgeberpräsident Hundt hat laut über „Lohnsenkungen” bei der nächsten Tarifrunde nachgedacht. Das löste zugleich einen Sturm der Entrüstung aus.Es gab dazu viele Kommentare. Darin werden eine Reihe von Fehlentwicklungen aufgezeigt, die zu der Krise geführt haben. Aber es fehlt die klare Erkenntnis, daß alle – außer den ganz großen Banken und Konzernen – die Betroffenen, also die Leidtragenden der Krise sind. Und daher fehlt in den Kommentaren auch der Vorwurf, daß die Mehrheit von Arbeitgebern wie auch von Arbeitnehmern an der Gefährdung ihrer Betriebe und ihres Arbeitsplatzes eine gewisse Mitschuld tragen.
Denn wo liegen die tieferen Ursachen der Krise? Wegen freimaurerischer1 Bindungen in Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften haben beide mit der gezielten Anwerbung von ausländischen Arbeitskräften die Überfremdung gefördert. Das geschah auf Kosten des Wohls der Betriebe und der deutschen Arbeitnehmer.
Wer das hinnahm, weil er nicht als Rechtsextremist gelten wollte, wer die ungeheueren Zahlungen an Israel über immer neue Kanäle ohne Einspruch duldete, weil er kein „Antisemit” sein wollte, und wer schließlich die Beteiligung an den von den USA bzw. Usrael geführten Weltmachtkriegen nicht scharf mißbilligte, der hat die Hauptgründe von Krise und Verfall nicht bekämpft, der muß seine Mitschuld an der Fehlentwicklung erkennen.
Außerdem, was hilft es jetzt zu sagen: Es ist eine Schande, daß uns jemand zu Lohnsklaven machen will, wenn aufgrund der Lage nichts anderes als eine Lohnsenkung übrigbleibt, damit nicht alles kopfüber geht. Der Protest wäre dann nämlich nur ein Ventil für den Unmut, aber kein Mittel zur Besserung. Die Warnungen müssen endlich beachtet und dürfen nicht mehr als Verschwörungstheorie verworfen werden.
Wenn die Mehrheit wartet, bis ihr das Gemüt vor Verdruß überschäumt und sich der Unmut und die Not in gewaltsamen Protesten entladen – auf die sich die Regierungen bereits vorbereiten -, dann kommt zu der schlechten Lage noch die weitere Verschlechterung durch kostspielige Zerstörung.
Durch Denken und Freiheitswillen, fremden Zwang bzw. fremde Gängelung abzuwerfen, und durch das Begraben der Fehleinstellung, daß der Sozialstaat alles Unangenehme regelt, kann kommende Notzeit wesentlich gelindert werden! Einen Anspruch auf ein Wohlleben wie Fantasten und Verführer oft behaupten, gibt es nicht. Das Ausmaß zu gewährender Annehmlichkeiten muß immer mit dem Arbeitsertrag übereinstimmen. Wenn der Staat – weil er für die aus dem Hintergrund befohlene volksfremde Politik zuviel Geld ausgibt – für „soziale Aufgaben” Schulden machen muß, um für den Augenblick zufriedene Bürger zu haben, dann wird im nachhinein die erschreckend hohe Rechnung vorgelegt.
Grundsätzlicher Gesinnungswandel zu mehr Verantwortlichkeit und weniger Wunschdenken, zu weniger Hilflosigkeit und mehr „Wagen, sich seines Verstandes zu bedienen”, ist erforderlich!
E. u. G. Fuchs
Was Ihr wollt
Stellen wir uns einen Jüngling vor, der fröhlich pfeifend durch den Wald wandert. Ein Jüngling ist übrigens das, was ein wenig später “Halbstarker” genannt wurde und heute “Teen” heißt. Vor Gericht wird er gerne als “Heranwachsender” bezeichnet, was genau regelt, daß unser Jüngling zwischen 18 und 21 Jahre alt zu sein hat. Jetzt braucht er noch einen Namen. Ich vergebe gerne Namen mit “A” am Anfang, da “Albert” bereits belegt ist, nenne ich diesen Jüngling unverfänglich Alfred.
Sie haben natürlich schon gemerkt, daß dies ein Märchen ist, denn sonst würde ein junger Mann mit deutschem Namen wohl kaum pfeifend durch den Wald schlendern. Ein normaler Deutscher in diesem Alter versucht, ungesehen von seinen ausländischen Mitbürgern zur Bundesanstalt für die Verwaltung der Arbeitslosigkeit zu kommen, um sich dort zu vergewissern, daß es für ihn wieder keinen Ausbildungsplatz gibt. Zwischendurch erfährt er noch, daß die Kanzlerin ihn auffordert, doch mehr Toleranz gegen Leute zu praktizieren, die eine Kippa tragen oder Mehmet heißen. Kippaträger kennt Alfred keine, weil die alle von Mehmet eine auf die Fresse bekommen, was Alfred durchaus toleriert, weil Mehmet dann beschäftigt ist und ihm für heute kein Schutzgeld abverlangen wird.
Ja, es ist schon schwierig, in Deutschland Märchen zu erzählen. Fast so schwierig, wie durch den Wald zu schlendern und “Heil dir im Siegerkranz” zu pfeifen. Das Horst-Wessel-Lied würde ich nicht empfehlen, denn keiner weiß, wo Schäuble überall Kameras und Mikrophone installiert hat. Jedenfalls sind es so viele, daß die Damen und Herren Staatsschützer zu beschäftigt sind, um Mehmet davon abzuhalten, von der Kanzlerin tolerierte Kippaträger zu verprügeln.
Jedenfalls rettet Alfred eine Ameise vor dem Ertrinken und sofort erscheint eine gute Fee, um ihm sieben Wünsche zu erfüllen. Vielleicht sollte ich dazu sagen, daß es keine Fee ist, wie sie in angloamerikanischen Schundromanen vorkommt, also fingergroß, durchscheinend und mit Libellenflügeln versehen. In diesem deutschen Märchen ist die Fee eine muskelbepackte Walküre, mit Flügelhelm, Rüstung und Schild. Sie schwingt natürlich keinen lächerlichen Zauberstab, sondern einen massiven, mit Runen bedeckten und drei Meter langen Speer, geeignet zur Jagd auf Wildschweine, Römer und sonstige Eindringlinge.
Jedenfalls ist Alfred beeindruckt und denkt gar nicht daran, sich den nächsten Lotto-Jackpot, ein 150-PS-Motorrad und ein niemals leer werdendes Bierfaß zu wünschen. Er wünscht sich das, was Sie sich auch wünschen, aber kaum zu hoffen wagen, daß es eintrifft.
Erstens, der Teufel soll alle volksverräterischen Politiker holen und nie wieder aus seinen Klauen lassen.
Zweitens, die korrupte Justiz mit ihren Richtern und Staatsanwälten bekommt die Wahl zwischen Aufhängen und Erschießen, die Strafe wird sogleich vollstreckt.
Drittens, alle Ausländer sollen aus Deutschland verschwinden.
Viertens, das Deutsche Reich soll in den Grenzen von 1914 wieder erstehen.
Fünftens, die Völker der Welt müssen alle Raubgüter an Deutschland zurückgeben und Wiedergutmachung für die zwei Weltkriege leisten.
Sechstens, die Deutschen sollen alle erkennen, welche Lügen ihnen die Feindpropaganda in den letzten hundert Jahren aufgetischt hat.
Siebtens, die Deutschen sollen wieder kaisertreue Patrioten werden, wie 1914.
Die Walküren-Fee lächelt zufrieden, nimmt ihren Runenspeer, schwingt ihn einmal kraftvoll in der Luft und verkündet: “Wotan hat deine Wünsche gewährt, jeden Monat wird einer davon erfüllt.”
Darauf verschwindet die Fee und Alfred schlendert in freudiger Erwartung nach Hause. Vor Schäuble hat er keine Angst mehr, jetzt wagt er sogar, die Wacht am Rhein zu singen. Er kommt nach Hause, schaltet den Fernseher ein und wartet auf die guten Nachrichten.Erster Wunsch! (Der Teufel soll alle volksverräterischen Politiker holen und nie wieder aus seinen Klauen lassen)
Auf wie viele Politiker kommen wir da wohl? Also, 600 im Bundestag, überschlägig 2.400 in den Landtagen, rechnen wir die Bezirkstage und die Bürgermeister hinzu, die Pensionäre, sowie jene, die in der zweiten Reihe darauf warten, kommen wir auf die zehnfache Anzahl, also etwa 30.000 Leute, auf die sich Seine satanische Majestät freuen darf. Das wäre die Bevölkerung einer Kleinstadt, die da Obama vor die Türschwelle gekarrt wird. Obama? Nun ja, irgendeinen Namen muß selbst der Teufel haben. Luzifer ist ja so abgenutzt… Und weil Obama die in Washington nicht brauchen kann, baut er ihnen eine schöne Zeltstadt in Arizona, gibt ihnen eine Lkw-Ladung Food-Stamps und überläßt sie der Selbstverwaltung.
Jetzt stellen Sie sich einmal eine Stadt vor, in der alles nach demokratischen Prinzipien entschieden wird. Das heißt, mit einer Abstimmung, mit Ausschüssen, Unterausschüssen, Initiativgruppen und Kommissionen. Leider haben die Damen und Herren nicht nur keine Dienstwagen und Kanzler-Airbusse, sondern auch keinen einzigen Beamten, der die niederen Arbeiten ausführt. Es gibt keine Bauern, die diese Herrschaften versorgen, es gibt nicht mal Putzfrauen, um hinter ihnen herzuräumen. Kein Stenograph zeichnet auf, was die Herrschaften äußern, kein Reporter hält ihnen Mikrophone hin, nirgendwo steht eine Kamera…
Nun, für jeden sieht die Hölle anders aus. Leute, die zum Teufel gewünscht worden sind, werden für immer im Freiluftgefängnis in Arizona bleiben. In Deutschland ist leider nicht viel gewonnen. Die Politiker sind weg, aber das System ist noch da. Das heißt, ein paar Leute, denen man es nicht zugetraut hätte, ersetzen jene, die verschwunden sind. Eine willfährige Presse schreibt sie nach oben, ein willfähriger Apparat erfüllt ihre Wünsche. Die neuen Leute sind billig, weil sie bislang noch fernab von den Futtertrögen der Macht leben mußten. Es ist also leicht, sie zu “überzeugen”, auf welcher Seite sie stehen sollen.
Wotans großes Geschenk scheitert an der Allmacht des Geldes und an dem etablierten Apparat. Ehrliche Neu-Politiker laufen gegen nasse Säcke oder gegen massive Wände, Berater, Lobbyisten und Beamte erziehen sie geeignet, zu rundgeschliffenen Funktionären.
Zweiter Wunsch! (Die korrupte Justiz mit ihren Richtern und Staatsanwälten bekommt die Wahl zwischen Aufhängen und Erschießen, die Strafe wird sogleich vollstreckt)
Die Unabhängigkeit von Richtern zeigt sich vor allem darin, daß sie unabhängig von jedem Termindruck selbst entscheiden, wie viel oder wie wenig sie arbeiten. Eine Ad-hoc-Entscheidung zwischen Kugel und Strang fällt ihnen deshalb sehr schwer. Da die BRD den Besitz von Seilen nicht unter Strafe gestellt hat, werden diese auch benutzt und die Laternenpfähle im Umkreis der Justizpaläste werden mit Richtern und Richterinnen, mit Staatsanwälten und Staatsanwältinnen geschmückt. Dir BRD-Justiz ist ausgelöscht.
Was aber noch nicht ausgelöscht ist, ist die BRD-Rechtsprechung. Heutzutage gibt es sehr viele Anwälte und sogar ausgebildete Juristen, die wegen Aussichtslosigkeit nicht einmal eine Kanzlei eröffnet haben. Ältere Anwälte, die alle Unzulänglichkeiten der BRD-Unrechtsprechung aus eigener Erfahrung kennen, werden aus beamtenrechtlichen Vorbehalten nicht in den Staatsdienst berufen (zu alt). Dafür werden junge Leute eingestellt, die ihr Studium absolviert haben, indem sie sich jener Gehirnwäsche beugten, die ihnen von ihren Professoren vorexerziert worden ist. Die jungen Leute wollen zeigen, was sie gelernt haben, ihr Denken setzt erst später ein. Erst einmal funktionieren sie, halten sich an die Präzedenz-Urteile und erfüllen vor allem die Erwartungen, die an sie gestellt werden.
Ja, die alten Richter und Staatsanwälte sind tot, sie haben die erwünschte Strafe erhalten. Ihre Hinterlassenschaft hat jedoch überlebt, ungezählte Kilometer von Aktenregalen. Ihre geistige Saat, eingepflanzt in junge Gehirne, besteht fort. Die alte Rechtsprechung ist noch in den Köpfen, ein deutscher Rentner bekommt weiterhin wegen zwei “geraubter” Bonbons 50 Tagessätze, ein junger “Migrant” wegen schwerer Körperverletzung nur eine richterliche Ermahnung. So steht es in den Akten, so wurde es bisher gemacht, so wurde es den neuen Richtern und Staatsanwälten gelehrt.
Wotans großes Geschenk scheitert an der “normativen Kraft des Faktischen”. Eine Entfernung der Alten und Etablierten verändert die Dinge nur dann, wenn die Nachfolgenden bereits Pläne für die Umgestaltung haben. Solange es keine “Bewegung für ein neues Recht” gibt, würden die Alten nur durch Junge ersetzt, die ihnen weitgehend nacheifern.
Dritter Wunsch! (Alle Ausländer sollen aus Deutschland verschwinden)
Wir sollten nicht an Wotans Weisheit zweifeln. Wer mental zum Deutschen geworden ist, wird auch am Tag nach der Wunscherfüllung noch in Deutschland aufwachen, ob seine Eltern nun Türken waren, er selbst dunkle Haut oder Mandelaugen besitzt. Selbst ein furchtbarer Akzent wird Wotan nicht stören. Wer sich jedoch als Türke oder Libanese fühlt, wer hier im Land nie wirklich angekommen ist, der wacht in seiner alten Heimat auf. Selbst Holländer oder Schweizer werden davon überrascht, Wotan interessiert sich nicht für Einbürgerungsurkunden und Asylanträge.
Das Land ist leer geworden. Viele Lehrerinnen stellen fest, daß ihre ganze Grundschulklasse nicht mehr zum Unterricht erscheint. Die Döner-Bude wird nicht mehr öffnen, der Asia-Markt auch nicht, sogar die Deutsche Bank braucht einen neuen Vorstandsvorsitzenden. Im Land bricht Hektik aus, weil einige Millionen Arbeitskräfte verschwunden sind. Jetzt gibt es Arbeit für Deutsche, für sehr viele Deutsche. Ob Alfred sich freut? Er hat keine Zeit mehr, vor dem Fernseher zu sitzen, denn jetzt kann er sich die Arbeitsstellen aussuchen.
Es ist eine große Umstellung für Leute, die sich mit Hartz IV und lebenslanger Siesta eingerichtet haben. In den ersten Tagen und Wochen bricht Chaos aus, bis die neuen Schichteinteilungen zu greifen beginnen, bis die neuen Mitarbeiter angelernt sind. In einigen Ländern um uns herum bricht ebenfalls das Chaos aus, weil diese alle Menschen zurückbekommen haben, die sie ins ferne Deutschland entsorgen wollten. Es wird Tote geben, dort und hier.
Wir dürfen ein paar Dinge nicht außer Acht lassen: Unsere Wirtschaft gleicht einem Drogensüchtigen. Egal, ob die Droge Heroin oder Kaffee heißt, Nikotin oder Nasentropfen: der Süchtige ist davon abhängig und leidet unter Entzugserscheinungen. Obwohl der durchschnittliche Migrant mehr kostet, als er einbringt, stellt er einen Wirtschaftsfaktor dar. Diese Nachfrage fehlt in Deutschland, im Lebensmittelgeschäft, auf dem Gebrauchtwagenmarkt oder bei den Wohnungen. Auf einen Schlag sind drei Viertel der Gefängnisse leer, wir haben zu viele Justizvollzugsbeamte. Ganze Behörden werden überflüssig, vom “Integrationsbeauftragten” bis hin zum Sozialarbeiter.
Dafür bekommen die Länder, die ihre Bürger zurückerhalten haben, gewaltige Probleme. Junge Leute, die dort nie Wurzeln ausgebildet haben, konkurrieren mit Einheimischen, die sich nicht als “Scheißdeutsche” und “Schweinefresser” titulieren lassen. Sie erleben eine Polizei, die hart durchgreift, anstatt sie mit anbefohlenen Samthandschuhen zu behandeln. Sie treffen auf eine Justiz, die nicht den Schwanz einzieht, wenn das Wort “Nazi” fällt, die harte Strafen als beste Integrationsmethode ansieht. Das Sozialsystem dieser Länder ist überfordert, hier kann man nicht “auf’s Ämtle” gehen, wenn einem der Kühlschrank nicht mehr gefällt.
Wotans großes Geschenk sorgt für Bürgerkriege, allerdings in fernen Ländern. In Deutschland müssen die Leute anpacken, wieder arbeiten lernen, vor allem die Sesselpupser der Ausländerbehörden. Deutschland ist aber leider keine Insel, was gerade rausgeworfen wurde, kommt bald wieder herein. Wem es hier gut gegangen ist, wer hier nur Vorteile erlebt hat, der kommt gerne wieder her. Und weder die neuen Politiker noch die neuen Richter werden die Deutschen fragen: “Wolle mer sie roilasse?”
Vierter Wunsch! (Das Deutsche Reich soll in den Grenzen von 1914 wieder erstehen)
Sind wir bescheiden und fordern nicht auch noch die Kolonien. Wir bekommen Elsaß-Lothringen zurück, Eupen-Malmedy, Schlesien, Westpreußen, Pommern, Ostpreußen und Nordschleswig. Nur, leider, leben dort jetzt Franzosen, Belgier, Polen, Russen und Dänen. Die ehemalige deutsche Bevölkerung ist tot, wurde vertrieben oder assimiliert. Wir bekommen nicht etwa ein größeres Deutschland, sondern eine Super-DDR, die erst auf deutsches Niveau gehoben werden muß. Der ICE fährt erst nach Umstellung auf den TGV-Strecken, Steckdosen in Belgien unterscheiden sich von unseren Schuko-Steckdosen, die schlesischen Kohle-Reviere sind kein wertvoller Schatz mehr, Breslau, Danzig und Königsberg sind nicht mehr die urdeutschen Städte, die sie vor hundert Jahren gewesen waren.
Was machen wir mit den Neubürgern? Frankreich und Rußland sind groß genug, um ihre Leute aufzunehmen, Belgien und Dänemark schaffen es dank der geringen Anzahl. Aber Polen? Wir reden hier von Millionen Menschen, wollen wir die vertreiben oder assimilieren? Die DDR war weniger als ein Drittel der Alt-BRD, jetzt sprechen wir über eine Verdoppelung des Staatsgebiets. Selbst wenn Wotan uns diese Gebiete “besenrein” übergeben würde, also ohne Bewohner – was wollen wir mit diesen Weiten anfangen? Arbeitslose Kölner in den Osten schaffen, damit sie ostelbische Rittergüter bewirtschaften?
Wotans großes Geschenk bedürfte eines “Volks ohne Raum”. Heute würde daraus ein “Raum ohne Volk”. Ja, ein paar Vertriebene werden zurückkehren, aber das wird nicht ausreichen, um diese Länder zu besiedeln. Welcher Bevölkerungsüberschuß sollte in diese wiedererlangten Gebiete fließen? Jene Millionen Kinder, die in den letzten Jahrzehnten abgetrieben worden sind?
Fünfter Wunsch! (Die Völker der Welt müssen alle Raubgüter an Deutschland zurückgeben und Wiedergutmachung für die zwei Weltkriege leisten)
Beginnen wir mit dem ersten Weltkrieg. Der hat das Deutsche Reich 164 Milliarden Goldmark gekostet, also 57.400 Tonnen Gold. Legen wir noch einmal 50% drauf für das, was im Versailler Vertrag bezahlt worden ist, dann sind wir bei 86.000 Tonnen Gold. Für den zweiten Weltkrieg setzen wir jenen Tarif an, den unsere jüdischen Freunde bisher benutzt haben. Sechs Millionen Opfer gleich 150 Milliarden Euro (offiziell), für 15 Millionen Opfer wären das folglich 375 Milliarden Euro. Macht weitere 17.000 Tonnen Gold. Für die zerstörten deutschen Städte setzen wir eine Billion Euro an, also 45.000 Tonnen Gold. Für die “befreiten” Patente und das geplünderte deutsche Vermögen eine weitere Billion, also wieder 45.000 Tonnen. Das ergibt eine Gesamtschuld von 193.000 Tonnen Gold. Runden wir auf 200.000 Tonnen auf, um kleinere Positionen abzudecken.
Natürlich rechne ich in Gold, denn Papier ist wertlos, vor allem, wenn man das Zeug selbst bedrucken kann. Ob nun Simbabwe- oder US-Dollar, gerade wir Deutsche wissen, wie schnell Papier an Wert verliert. Nun ist es allerdings ein wenig schwierig, 200.000 Tonnen Gold aufzutreiben, wenn die gesamte auf der Welt verfügbare Menge nur 150.000 Tonnen beträgt. Und da ist Ihr Goldzahn schon mit eingerechnet, an dem Sie irgendwie hängen.
Lösen wir das Problem in Form eines klassischen Annuitäten-Darlehns, mit moderaten sechs Prozent Zinsen pro Jahr und einem Prozent Tilgung. Damit wären an Deutschland pro Monat 1.166,67 Tonnen Gold zu bezahlen, also 26,25 Milliarden Euro nach aktuellen Preisen. Und schon nach guten 32 Jahren ist die Schuld getilgt.
Ich verzichte darauf, ausgiebig zu schildern, was mit den Ländern passiert, die dieses Geld aufbringen müssen. Schlagen Sie einfach mal in der deutschen Geschichte nach, welche wirtschaftlichen Auswirkungen der Versailler Vertrag gehabt hatte. Die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft reichen bereits, um die Folgen dieses Wunsches zu begreifen. Die jährlichen Zahlungen summieren sich auf 315 Milliarden Euro. Dieses Geld fehlt den Schuldnerländern, um deutsche Waren zu kaufen. Der Exportüberschuß von 190 Milliarden Euro fällt weg, d.h., netto bekommen wir “nur” 125 Milliarden. Immerhin reicht das Geld, um in diesen 32 Jahren die Staatsschulden zurückzuzahlen.
Andererseits verlieren Millionen Deutsche ihren Arbeitsplatz. Diese liegen dem Staat auf der Tasche. Ein Imperium, das nicht aus eigener Leistung, sondern von Tributen lebt, wird fett und träge. Alle Arbeitsscheuen der Welt werden versuchen, nach Deutschland zu gelangen, um von diesem Segen etwas abzubekommen – wie einst in Rom. Leistungsloses Einkommen erzieht Drohnen und Tyrannen, folglich werden diese Zahlungen unserem Land den Rest geben. Der “Freizeitpark Deutschland” wird Wirklichkeit… Selbst, wenn die anderen Völker nicht aufbegehren, sondern brav bezahlen, wird das unser Land gründlich ruinieren.
Wotans großzügiges Geschenk wird zum Fluch. Selbst, wenn Wotan das Gold spendiert – damit würde das Gold entwertet. Die großartige Gerechtigkeit, die in diesem Wunsch steckt, zerstört mehr, als sie an Gutem bewirkt. Abgesehen davon: Leute, die immer und bei jeder Gelegenheit auf “alte Schulden” hinweisen, ernten nur den Haß derer, die von ihnen in ewiger Schuldknechtschaft gehalten werden.
Sechster Wunsch! (Die Deutschen sollen alle erkennen, welche Lügen ihnen die Feindpropaganda in den letzten hundert Jahren aufgetischt hat)
Raten Sie doch mal, was dann passiert. Wenn die ganzen “Alberts” plötzlich die Wahrheit offenbart bekommen, wird es in diesem Land krachen. Stellen wir uns einfach einmal vor, der “Holocaust” würde sich als Lüge herausstellen. Statt sechs Millionen Opfern von industrieller Vernichtung in Gaskammern, bleiben 300.000 Opfer, die durch die Lagerbedingungen ums Leben gekommen sind, also an Krankheiten und Hunger gestorben sind. Das unentschuldbare, ewige Verbrechen hätte schlagartig eine ganz andere Dimension. Nehmen wir dann noch hinzu, daß in Dresden nicht die offiziellen 25.000 Menschen, sondern 600.000 Menschen umgekommen sind. Vermutlich rechnet “Alfred” dies zu den “Lügen der Feindpropaganda”, die er aufgeklärt haben möchte.
Zum Glück ist Wotan gnädig, denn die Politiker, die seit Jahrzehnten dieses Weltbild bekräftigt haben, sind schon bei Obama… beim Teufel, natürlich. Da bleiben sie auch, das hat Alfred so geregelt. Da kommt keiner zurück, um vor ein Volkstribunal gestellt zu werden. Die Richter und Staatsanwälte, die dieses Weltbild mit ihrer Unrechtsprechung gestützt haben, sind bereits aufgehängt oder erschossen. Es ist ziemlich wenig da, das sich ein wütender Mob entfesselter Alberts greifen kann. Es reicht jedoch aus, um auf die neuen Politiker und die neue Justiz loszugehen. Keiner deutschen Regierung würde mehr geglaubt, was immer sie behauptet.
Wotans großzügiges Geschenk hat noch eine weitere Auswirkung: Wenn die deutsche Regierung ihr Volk so betrogen hat, was haben dann andere Regierungen getan? Engländer und Franzosen, Polen und Russen – sie alle haben es besser gewußt. Das Vertrauen unter den Völkern wäre auf Jahrhunderte hinaus zerstört. Es sind nur zwei Behauptungen der Revisionisten, die ich hier als “neue Wahrheit” vorausgesetzt habe. Sicher die gravierendsten, doch im Köcher der Revisionisten stecken noch viel mehr Pfeile: Das Attentat von Sarajevo sei vom französischen Geheimdienst inszeniert, die Revolution in Rußland von den Juden der Wall Street finanziert, der erste und der zweite Weltkrieg nur dank Verrätern von Deutschland verloren worden… Wollen Sie wirklich in einer Welt leben, in der alles, buchstäblich alles, was Sie über Geschichte gelernt haben, als deutschfeindliche Propaganda entlarvt worden ist?
Siebter Wunsch! (Die Deutschen sollen wieder kaisertreue Patrioten werden, wie 1914)
“Heil dir im Siegerkranz, Vater des Vaterlands, Heil Kaiser dir!” Das ist wirklich ein schönes Lied, eine nette Hymne. Die Frage ist nur, wen wollen wir als Kaiser haben? Den “Ernst Haugust”, über den die Boulevard-Presse so eifrig schreibt? 1914 war der Kaiser ein ausgebildeter Herrscher, in der Tradition von Jahrhunderten erzogen. Heute haben wir solche Leute nicht mehr, denn selbst die besten der Adligen haben keine Erfahrung mehr damit, wie ein Land regiert werden soll.
Hier hat Alfred einen vernünftigen Wunsch geäußert, der am richtigen Punkt ansetzt: in den Köpfen der Menschen. Kaisertreue Patrioten… Aber wir leben in einem Land, in dem sich die Politik gewohnheitsmäßig über den Willen des Volkes hinwegsetzt. Welche Partei sollen diese kaisertreuen Patrioten wählen? Schauen Sie sich die Wahlzettel an – da steht nichts, was diesen Anspruch genügen würde. Wir haben dann ein Volk, das nicht mehr zu seiner Regierung passen würde. Und nicht nur das – dieses Volk wüßte, daß es die falsche Regierung hat. Das wäre die Grundlage für Unruhen und Umsturz in diesem Land.
Wotans großzügiges Geschenk würde nur zu einem führen: zu einer Revolution. Hoffentlich zu einer friedlichen Revolution, aber wahrscheinlich würden die Leute mindestens ein Dutzend Kaiser finden, für die allesamt gute Gründe sprechen würden. Wenn daraus DER Kaiser ermittelt werden soll, den alle haben wollen, wird das vermutlich in einem Bürgerkrieg geschehen.
Die Moral: Seien Sie vorsichtig mit dem, was Sie sich wünschen! Ich gebe zu, daß ich mich in die Figur des Alfred hineinversetzt habe, mit den Wünschen, die MIR spontan einfallen. Obwohl… Persönlich würde ich vielleicht doch den Lotto-Jackpot wählen. Das hätte allerdings ebenfalls Auswirkungen, die ich nicht vorhersagen kann. Alle Pläne, die man in diesem Fall vorher entwickelt, sind mit dem Eintreffen der Millionen Makulatur. Jeder einzelne der hier aufgeführten Wünsche ist gut und von einem gewissen Standpunkt aus betrachtet, auch richtig. Wir verändern damit aber nur einen einzigen Parameter, während die Welt um diesen Wunsch herum dieselbe bleibt. So radikale Veränderungen, von einem Augenblick zum anderen, hätten katastrophale Auswirkungen.
Ich weiß, die Verzögerung um jeweils einen Monat ist ein übler Trick, der einigen dieser Wünsche ihre Wirkung nimmt. Die Wünsche eins, zwei, drei, sechs und sieben gleichzeitig erfüllt, würden die negativen Folgen minimieren. Politiker und Justiz verschwinden, die Ausländer sind weg, die Propaganda-Lügen werden aufgedeckt und die Deutschen suchen sich als kaisertreue Patrioten eine neue Regierung – das könnte funktionieren. Könnte – denn diese Wünsche haben allesamt ihre Tücken. Die Wünsche vier und fünf sind besonders gefährlich, auch wenn der Gerechtigkeitssinn sie verlangt.
Wir alle haben Wünsche und diese Wünsche sind durchaus gerechtfertigt. Wir bedenken aber zu selten den Ausgang und die Folgen. Zum Glück sind runenspeerschwingende Walküren-Feen in unseren Wäldern recht selten geworden. Wünsche, die wir uns erarbeiten, sind nachhaltiger und sie passen ins Gefüge. Wir sollten deshalb immer an unsere Wünsche denken, wir sollten arbeiten, um sie zu verwirklichen, – und wir sollten ihnen die nötige Zeit dazu geben.
Michael Winkler




