62-Jähriger erstochen – Mutmaßlicher Täter in Wißmar gefasst
Wettenberg-Wißmar (go). Die Nachbarn stehen geschockt beisammen, können es
nicht fassen. “Heute Morgen habe ich ihn noch auf dem Dach gesehen. Er hat die
Antenne runtergeholt. Er war ein lieber Kerl. Der hat keinem was getan”, sagt einen
von ihnen: Ein 62-jähriger Wißmarer ist am Dienstagmittag im Hof seines
Elternhauses erstochen worden. Die Polizei fasste den mutmaßlichen Täter bereits
wenige Minuten nach der Tat.
Wie Polizei-Pressesprecherin Cornelia Braun vor Ort schilderte, hatte ein Zeuge die
Tat gegen 13.50 Uhr gemeldet. Als die Polizei wenig später am Tatort in der
Pestalozzistraße eintraf, lag das Opfer sterbend in einer Blutlache auf dem Hof.
Nachbarn hatten gesehen, dass der mutmaßliche Täter in Richtung
Holztechnikmuseum geflüchtet sei. Im Rahmen der Fahndung wurde er um 14.04
Uhr gefasst. Er sei blutverschmiert gewesen.
Haus für Sohn hergerichtet
Laut Braun ist der vermutliche Täter ein 39-Jähriger aus Surinam, der in Gießen
lebt. “Er ist wegen Einbrüchen und Gewaltdelikten polizeilich gut bekannt. Er
wurde im Januar aus dem Gefängnis entlassen. Das Messer hatte er bei sich”, so die
Polizeisprecherin.
Das spätere Opfer sei von Nachbarn darüber informiert worden, “dass
irgendjemand ums Haus schleicht”, sagte die Cornelia Braun. Wenig später sei der
62-Jährige, der im Wißmarer Gewerbegebiet eine Klempnerei und Kanalreinigung
betrieb und dort seit mehreren Jahren wohnte, mit seinem Wagen vorgefahren.
Vermutlich sei dann alles “sehr schnell gegangen. Die Autoschlüssel steckten noch
im Zündschloss. Das Opfer ist zwei, drei Schritte auf den Hof gegangen und wurde
dann vermutlich gleich niedergestochen”, so Braun. Eine Auseinandersetzung
hatten Zeugen nicht bemerkt.
Das Haus des Getöteten Handwerkers stehe leer, berichteten Anwohner. Er habe es
mit seinem Sohn, der dort einziehen wolle, hergerichtete. Eine andere Nachbarin
berichtete, dass ihr Mann den mutmaßlichen Täter schon länger in der
Pestalozzistraße gesehen habe. “Er ging da immer auf und ab. Der hat wohl
abgewartet, bis niemand mehr da ist”, mutmaßte sie. Der Getötete habe am
Vormittag zusammen mit seinem Sohn in dem Haus gearbeitet. Gemeinsam seien
sie dann zur Mittagspause weggefahren.
http://www.wnz.de/lokales/region_giessen/wettenberg/215535_62-
Jaehriger_erstochen.html



