Artikel-Schlagworte: „Arbeitslosigkeit“
Bundesagentur für Arbeitslosigkeit: Weltwirtschaftskrise wird auf dem Arbeitsmarkt durchschlagen
Daß die Weltwirtschaftskrise keineswegs bereits fast überwunden ist und das dicke Ende für den BRD-Arbeitsmarkt erst noch kommt, werden wohl nur die bestreiten, die hierzulande alles manipulieren und die Bürger für dumm verkaufen. Vielfach wurde schon berichtet, daß die etablierten Übeltäter im Zusammenspiel mit einer asozialen Wirtschaft alles ihnen Mögliche tun, um die Katastrophe noch bis zu der Zeit nach der Wahl im September zu verschleiern. Indes macht man sich jedoch schon Gedanken, wie die Auswirkungen der Entlassungswelle zu handhaben seien.
Nach einer Agenturmeldung vom 25. August 2009 wird die Weltwirtschaftskrise auf dem Arbeitsmarkt voll durchschlagen, weil viele Unternehmen einen Stelleabbau planten.
Der Arbeitsmarktforscher Joachim Möller hat bei der Bewältigung der drohenden „Jobkrise“ – wie könnte es anders sein – vor Populismus gewarnt. Der künftigen Bundesregierung müsse es nach der Wahl Ende September vor allem um langfristig tragbare Lösungen gehen, sagte der Chef des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Manche Maßnahmen, die kurzfristig attraktiv erscheinen, könnten sich auf längere Sicht als schwere Hypothek für den Arbeitsmarkt erweisen, indem sie etwa Langzeitarbeitslosigkeit verfestigten, gab Möller zu bedenken.
Eine Absage erteilte Möller etwa Überlegungen, den Bezug von Arbeitslosengeld I zu verlängern. „Ich warne davor, an dieser Schraube zu drehen“, sagte er. „Damit würde der Anreiz für Erwerbslose geringer, sich rasch wieder eine Arbeit zu suchen“, gab der Arbeitsmarktforscher zu bedenken. Je länger jemand aber arbeitslos sei, desto schwieriger werde es für ihn, eine neue Stelle zu finden. „Eine solche Arbeitsmarkt-Falle darf nicht wieder aufgestellt werden“, sagte Möller.
Vor „Rückschritten“ warnte der IAB-Chef auch beim Umgang mit älteren Arbeitslosen. Diese sollten auf keinen Fall vorzeitig in den Ruhestand geschickt werden, um in der Krise den Arbeitsmarkt zu entlasten. Damit würden „Erfolge der vergangenen Jahre“ aufs Spiel gesetzt, ältere Menschen wegen der immer größer werdenden Lebenserwartung länger im Arbeitsleben zu halten. Firmen und Beschäftigte würden sich zunehmend darauf einstellen. Mit einer Wiederbelebung der Diskussion um Frühverrentungsprogramme werde dieser mühsam erreichte Mentalitätswandel gefährdet. Außerdem würden Ältere mangels gut ausgebildeten Berufsnachwuchses im Berufsleben immer unverzichtbarer.
Korrekturen sind nach Ansicht des IAB-Chefs bei sogenannten Mini- Jobs erforderlich. Die 400-Euro-Jobs mündeten nur selten in eine reguläre Beschäftigung. Zudem kämen alle in den Genuß der damit verbundenen Abgabenfreiheit – egal, wie hoch ihr sonstiges Einkommen ist, kritisierte Möller. Die künftige Bundesregierung sollte sich daher überlegen, ob sie die Regelung in der derzeitigen Form wirklich beibehalten wolle.
Nun sollte natürlich nicht unerwähnt bleiben, daß die Langzeitarbeitslosigkeit, vor deren Rückkehr man nun Angst habe, nie wirklich weg war. Sie wurde, wie bei den Manipulierern üblich, einfach nur mit allerlei üblen Tricks aus der Statistik heraus gerechnet. So wird jeder Teilnehmer an einer sogenannten Maßnahme der BA aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet und taucht deshalb auch nicht in den Arbeitslosenzahlen auf. Und nach dem Ende dieser Maßnahme wird der Arbeitslose einfach wieder neu angemeldet. So hatte man bisher die Langzeitarbeitslosigkeit einfach weggezaubert. Vermutlich gibt es weit über eine Million echte, aber dadurch ungezählte Langezeitarbeitslose in den Datenbanken der BA.
Die wenigsten Zeitgenossen werden auch wissen, daß es tatsächlich real nur noch 36 Millionen Erwerbstätige in der BRD gibt. Fast vier Millionen „Erwerbstätige’“ sind bei der BA gemeldete Arbeitslose, die aber nicht als registrierte Arbeitslose gezählt werden und deshalb vom Statistischen Bundesamt beim Abziehen von den Erwerbspersonen vergessen werden. In der offiziell genannten Zahl von 42 Millionen Erwerbspersonen werden daneben auch Rentner und andere Nichterwerbspersonen fälschlich als Erwerbstätige mit eingerechnet. Im Jahr 2007 waren das immerhin rund drei Millionen.
Berücksichtig man dies, bleiben nur noch 33 Millionen echte Erwerbstätige übrig. Und diese Zahl wird in der Weltwirtschaftskrise trotz aller Beschönigungen noch weiter schrumpfen. Trotz aller Schönfärberei werden die „versteckten Arbeitslosen“ natürlich Sozialleistungen verbrauchen. Und die übriggebliebenen Steuerzahler werden immer weniger in der Lage sein, diese Lasten innerhalb des bestehenden Systems zu tragen.
Von Totila Veckenstedt



